Erhöhung der Aufnahmequote für Asylbewerber

Gestern am überaus gut besuchten Infoanlass der Gemeinde zum Thema “Erhöhung der Aufnahmequote von Personen aus dem Asylbereich”, nutzte ich die Gelegenheit, um den über 100 Anwesenden zu erklären, dass wir hier auf dieser Stufe lediglich die Symptome bearbeiten können.

Zuerst dankte ich jedoch dem Gemeinderat, welchen ich in diesem Kontext als den Inhalt eines Sandwiches bezeichnete, für die offene Kommunikation, den Diskurs und die sehr gute Umsetzung der Vorgaben in Sachen Asyl. Als Inhalt des Sandwiches sind die Behörden in den Kommunen nämlich eingeklemmt, zwischen dem Brot auf dem Teller (die Bürger/-innen) und dem grossen fetten Brot über uns allen, welches den Bund darstellt, mit seiner verfehlten Asylpolitik. Das dünne Salatblatt zwischen Bund und Gemeinden ist der Kanton, welcher jedoch kaum Gewicht hat und lediglich als Durchlauferhitzer fungiert.

Auch lobte ich die sehr lösungsorientierte Diskussion an diesem Abend, wie wir mit den Auswirkungen der Flüchtlingsströme auf dem Weg zur 10mio Schweiz in unserer Gemeinde umgehen. 

Wichtig war mir dabei, dass ich unmissverständlich klar machen konnte, dass der Grund, warum wir überhaupt darüber reden müssen, das Abstimmungs- und insbesondere das Wahlverhalten der letzten 20 Jahre ist. In diesem Sinne appellierte ich an die Anwesenden, im Herbst daran zu denken und korrigierend einzugreifen, damit wir für die kommenden 20 Jahre den Kurs ändern können. 

Obwohl die Gemeinde an diesem Abend zum offenen Austausch eingeladen hat und unser neue Gemeindepräsident einleitend sagte, dass alle Meinungen gefragt sind, löste mein Votum eine Welle der Empörung bei politisch anders denkenden Menschen aus. 

Dies beschäftigte offenbar derart stark, dass ein Herr sogleich ein emotionales Plädoyer an die Versammlung richtete, in welchem er sich so positionierte, dass meine Worte an diesem Abend “unnötig” gewesen seien. Dafür erntete er energischen, ja gar schon fanatischen Beifall von ein paar Anwesenden.

Das Lob für meine Rede durfte ich danach am Apéro geniessen, als sich einige der still gebliebenen bei mir bedankten und in der Nacht trafen bereits Emails ein, die in die gleiche Richtung gehen.

Natürlich ging ich unmittelbar nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung sofort auf den Herrn zu, der sich derart über mich enervierte und drückte mein Erstaunen darüber aus, dass er sich offensichtlich an der freien Meinungsäusserung störte.

Von ihm wurde mir dann vorgeworfen, dass ich diese Veranstaltung politisch missbrauche und nur Parteiwerbung betreibe. Auch sei dies gar keine politische Veranstaltung gewesen, worauf ich natürlich fragte, was denn an einer Veranstaltung in welcher es um das Aslywesen, den knappen Wohnraum und die Unterbringung von fremden Menschen NICHT politisch sei. 

Die Frage liessen wir so im Raum stehen.

Es gab an diesem Abend auch noch andere Fragen die im Raum stehen blieben, z.B. meine Frage, was wir denn machen, wenn die Quoten weiter steigen und ob wir dann die Asylbewerber in den Turnhallen (aktuelles Beispiel in Fällanden) unterbringen, damit Kinder und Vereine keinen Sport mehr betreiben können.

Viele kritische Stimmen trauten sich nicht, sich an dem Anlass zu äussern, was schade ist und insgesamt eine schlechte Entwicklung. 

Darum braucht es Personen, die sich exponieren und für diejenigen einstehen, die sich nicht getrauen.

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